Test: Modal Electronics CRAFTsynth 2.0

22.04.2020 18:00

Musste der Craftsynth in seiner ersten Version noch zusammengebaut werden, kommt die zweite Generation im schicken Kunststoffgehäuse daher. Ob die Änderungen lediglich kosmetischer Natur sind oder ob es weitere Neuigkeiten gibt, haben wir uns näher angesehen.


Die Bedienoberfläche des CRAFTsynth 2.0 wirkt aufgeräumt und klar strukturiert. Foto: Modal Electronics

Der britische Hersteller Modal Electronics wurde bekannt durch die Hybrid-Synthesizer 001 und 002 und das analoge Schlachtschiff 008, beides ambitionierte vollformatige Klangerzeuger. Mit dem Craftsynth schließt man sich nun dem Branchentrend nach günstigen Desktop-Geräten an und adressiert eine größere Kundengruppe.

Beim Testgerät handelt es sich um einen monophonen Wavetable-Synthesizer, der in der ersten Version Anfang 2017 erschien. Dieses günstige Gadget (unter 100 Euro) musste zunächst zusammengebaut werden. In der zweiten Generation entfällt diese Arbeit, denn der Craftsynth 2.0 ist in ein schickes dunkelgrau-weißes Plastikgehäuse mitsamt Touch-Keyboard verpackt. Der Preis ist dabei erwartungsgemäß leicht angestiegen.

Bedienoberfläche und Anschlüsse

Die Bedienoberfläche wirkt aufgeräumt und klar strukturiert. Die zwölf ungerasterten Endlosdrehregler fallen mir allerdings deutlich zu leichtgängig aus. Dafür ist durch eine dreifache Farbkodierung aber jederzeit klar, welcher Parameter gerade bedient wird. Auch der Abstand zwischen den Encodern ist noch angenehm.

Das Touch-Keyboard mit einem Notenumfang von einer Oktave reagiert angenehm. Mittels Plus- und Minustasten kann dabei die Oktavlage verstellt werden. Der Craftsynth lässt sich wahlweise über drei AA-Batterien oder über den Micro-USB-Anschluss mit Strom versorgen. Letztgenannte Schnittstelle kann dabei auch MIDI-Daten übertragen, allerdings keine Audiosignale. Leider kam es in meiner Konfiguration bei der Nutzung von USB und Verbindung zum Rechner zu Störgeräuschen am Audioausgang.

Betreibt man den Craftsynth jedoch über Batterien, eine USB-Powerbank oder ein -Netzteil, sind diese Störgeräusche nicht vorhanden – ein Problem, das man beispielsweise auch von der Roland-Boutique-Serie kennt. Für die Ausgabe des Stereoaudiosignals mit Line-Pegel und über Kopfhörer stehen zwei 3,5-mm-Miniklinkenausgänge zur Verfügung. Hinzu kommen Miniklinkenbuchsen als Sync-Ein- und Ausgang sowie zwei vollformatige MIDI-DIN-Buchsen (in/out), sodass man hier nicht die klassenüblichen Adapter einzusetzen braucht.

Technischer Aufbau

Der Craftsynth ist wie ein klassischer subtraktiver Synthesizer aufgebaut, punktet allerdings mit vielseitigen Wavetable-Oszillatoren. Diese werden durch ein zweipoliges resonanzfähiges Filter geformt, das sich stufenlos in der Charakteristik zwischen Tief-, Band- und Hochpass verändern lässt. Hinter dem obligatorischen VCA folgen im Signalweg ein Verzerrer und ein Delay-Effekt.

Als Modulatoren stehen üppige drei Hüllkurven und zwei LFOs bereit. Hinzu kommen noch Arpeggiator und Sequenzer. Dazu bietet der Craftsynth 64 Speicherplätze – bei einer Preisempfehlung von 155 Euro ist das eine ganze Menge. Der Clou steckt erwartungsgemäß in der Oszillatorsektion, die mit zwei Oszillatoren aufwartet.

Beschränkte sich der Vorgänger noch auf je vier Schwingungsformen, gibt es nun gleich acht Bänke à fünf Wellenformen, zwischen denen sich in 32 Schritten überblenden lässt – gewissermaßen ein kleiner Wellensatz. Oszillator 2 kann sich zusätzlich in einer weiteren Bank mit rauschbasierten Kurven bedienen.

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Text: Ulf Kaiser

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