Guitar-Dreams: Engl Fireball 25 E633

22.07.2020 14:14



Amp-Klassiker zum Mitnehmen
Zu allererst soll erwähnt sein, dass der Autor seine ersten Schritte in der Welt der Röhrenamps mit einem der großen Brüder des E633 gemacht hat. Der damalige Engl E625 mit verchromten Front-Panel war mehr als man handlen konnte und genau der Haken, von dem man nie wieder loskommen sollte. Eine EQ-Sektion für zwei Kanäle, die absolut ausreichte und es auch heute noch tut. Das einzige Manko: Das Ding hat in Spielpausen gerauscht wie blöd. Auf Nachfrage beim Fachmann gab es die ernüchternde Antwort, dass da nichts kaputt sei, sondern dass das beim Fireball 60 einfach so wäre. Nun, Jahre später haben Engl sich nicht lumpen lassen und bieten dem Markt mit ihrem Neuling Engl Fireball 25 E633 genau was er verlangt. Eine zweite, kleine Abstufung des originalen 60-Watt-Amps. Dieses Mal mit maximal 25 Watt Leistung, die aber mittels Powersoak, einstellbar auf der Rückseite, auf circa fünf oder ein Watt reduziert werden können. Bei Bedarf kann er aber auch, in vierter Einstellung, komplett stummgeschalten werden, sollte man den Null-Dezibel-Line-Output ohne Begleitung über eine Box nutzen wollen. Beim Test der verschiedenen Einstellungen scheint zwar ein geringer Eingriff in die Frequenzen hörbar zu sein, was erstens aber nicht ungewöhnlich ist, und zweitens mit der dreibandigen EQ-Kontroll-Sektion schnell wieder ausgeglichen ist.

Applaus, Applaus!

Das Rauschen ist besser geworden, dennoch existent und deutlich. Dafür hat der Fireball nun ein eingebautes Noisegate, das wirklich hervorragend funktioniert und in Nullkommanichts eingestellt ist und dabei völlig organisch Breaks und Spielpausen für die Ohren erträglich macht – Applaus an dieser Stelle. An anderer Stelle muss die Treue zum Lieferumfang mit erhobenem Zeigefinger quittiert werden. Ein Fußschalter für die Kanalauswahl wird nach wie vor nicht mitgeliefert. Um ehrlich zu sein, kann man sich das Schmunzelns kaum verkneifen – während alle Welt ihre Kundschaft mit Gimmicks und Case-Candies erfreut, bleiben Engl weiter störrisch und bieten den Footswitch als Extra an. Das ist schon amüsant, gleichzeitig aber auch ein wenig anachronistisch. Aber das hört und lest ihr, Engl, mit Sicherheit nicht zum ersten Mal und soll der generellen Begeisterung für euer neues Baby auch nicht abträglich sein.

Engl-Esque!

Das Frontpanel ist alles in allem typisch „engl-esque“ reduziert und benutzerfreundlich. Ein 6,3-Millimeter-Klinkeneingang für die Gitarre, gefolgt von jeweils einem Preamp-/Gain-Regler für den Clean- und den Lead-Kanal, und den drei zuvor erwähnten EQ-Reglern Bass, Middle, Treble sowie Lead-Volume, Master und Presence. Zwischen dem Master- und dem Lead-Volume-Poti sind ein Mid-Boost- und der Kanalwahl-Druckknopf verortet – jeweils mit einer roten Status-LED versehen. Die beiden obligatorischen Power- und Standby-Schalter finden sich am rechten Rand des Frontpanels. Das ganze Panel ist anthrazitfarben, im Metallic-Look gehalten und mit einer hellgrauer Beschriftung versehen. Über all dem thront die äußerst schicke schwarze Gitterverkleidung mit verchromten Engl-Logo, die wie immer die Herzen höherschlagen lässt und einfach bis in alle Ewigkeit verdammt cool aussehen wird. Noch mal zur Rückansicht des Amps. Es stehen zwei Footswitch-Eingänge bereit, einmal für die Kanal-, Master-Volume- und Mid-Boost-Auswahl und einmal für den Effekt-Loop, der nebenan mit Ein- und Ausgang bereitsteht. An sich nicht zu erwähnen, aber zwei Boxen-Ausgänge (1 x 8 – 16 Ohm, 2 x 16 Ohm) finden sich selbstredend auch auf der Rückseite.

Die inneren Werte

Wer schon mal einen Fireball oder allgemein einen Engl-Verstärker angespielt hat, weiß was gemeint ist, wenn sich nie jemand über ein fehlendes, zweites EQ-Band für den Clean-Kanal beschwert. Der Amp klingt  konstant voll und warm. Einen Fireball dünn klingen zu lassen scheint faktisch unmöglich. Die Bässe sind immer da, die Höhen definitiv auch, die Mitten kitten alles zusammen, so wie man sich das wünscht. An eigener Charakterfärbung mangelt es den Boliden aus dem bayerischen Tittmoning wahrlich nicht. Das macht ihn unter Umständen nicht zur besten Pedal-Plattform, schließt ihn definitiv aber auch nicht davon aus. Der E633 reagiert wunderbar auf Volumen- und Tone-Regelungen an der Gitarre. Mit Kanalwechsel also quasi alles erledigt und Pedaltango unnötig, natürlich je nachdem was man genau vor hat.

Neugierig geworden? Den ganzen Test und das Fazit zum Engl Fireball 25 E633 könnt ihr in guitar 8/20 nachlesen. guitar 8/20 könnt ihr ab sofort beim Kiosk eures Vertrauens oder im PPV-Shop kaufen:
https://www.ppvmedien.de/Guitar-08-2020-Printausgabe-oder-E-Paper

Text: Phil Zeppenfeld
Fotos: Nicole Marek

Die Erfassung durch Google Analytics auf dieser Website wird zukünftig verhindert.