Wiedereröffnung in der Praxis

13.05.2020 10:45



In Österreich traten in der Corona-Krise bereits eine Woche vor Deutschland erste Lockerungen in Kraft. Unter strengen Auflagen inklusive Maskenpflichten dürfen Ladengeschäfte in der Alpenrepublik seit dem 14. April wieder öffnen. Seitdem hat auch das Musikhaus Danner in Linz wieder geöffnet. Wir haben mit Inhaber Karl Danner über sein Vorgehen bei der Umsetzung der geltenden Sicherheitsmaßnahmen gesprochen und wie das Musikhaus bei der Desinfektion von Instrumenten verfährt.

Welche Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen haben Sie getroffen?
Karl Danner: Wir haben bereits seit dem 1. März, also 14 Tage vor der Schließung des Geschäfts die Hygiene Maßnahmen verschärft: Sprich Desinfektionsspender beim Eingang für die Kunden, in allen Mitarbeiter- und Aufenthaltsräumen. Seit der Wiedereröffnung des Geschäfts und der Werkstatt am 14. April gilt für alle Mitarbeiter: Händewaschen mit Seife, Desinfektionsmittel verwenden für die Hände vor und nach der Entgegennahme eines Musikinstruments, Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bzw. Faceshields. Für unsere Kunden stehen bei allen Eingängen zu den verschiedenen Showrooms sowie zur Werkstatt Ständer mit Desinfektionsmittel zur Verfügung. Entgegengenommene Musikinstrumente werden desinfiziert und kommen dann teilweise je nach Instrumenten Typ bis zu fünf Tagen in Quarantäne, bevor sie von unseren Mitarbeitern weiterbearbeitet werden. Nach der Reparatur kommt das Musikinstrument wieder in Quarantäne, bevor es der Kunde abholen kann oder es ihm zugestellt wird. Markierungen am Boden weisen auf die Einhaltung des Sicherheitsabstandes hin. Hinweistafeln für unsere Kunden zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes stehen am Eingang. Zudem haben wir an den Kassenpulten Hygiene-Schutzscheiben installiert.

Wie werden sie von den Kunden angenommen?
Karl Danner: Die Kunden sehen die Sicherheits- und Hygienemaßnahmen sehr positiv. Gerade im Bereich Blasinstrumente sind die Desinfektions- und Quarantänemaßnahmen sehr sinnvoll.

Wie entwickelt sich der Kundenverkehr im Laden seit der Wiedereröffnung?
Karl Danner: Leider ist ein deutlicher Abwärtstrend in der Kundenfrequenz zu verzeichnen. Wo wir vor der Krise fünf Mitarbeiter eingesetzt haben, genügt jetzt einer.

Wie gehen Sie bei den Instrumenten vor?
Karl Danner: Die Instrumente werden vor und nach jedem Probespiel gründlich desinfiziert, werden mit einem Kärtchen mit Datum versehen und kommen dann für fünf Tage in Quarantäne. So kann sich der nächste Probespieler sicher sein, dass das Instrument mindestens fünf Tage vorher nicht angespielt worden ist.

Wie gehen Sie bei der Desinfektion von Instrumenten vor? Worauf ist zu achten?
Karl Danner: Die Blasinstrumente werden gründlich desinfiziert, teilweise ultraschallgereinigt. Bei Gitarren, Geigen, Blockflöten mit besonderen Lack Oberflächen gestaltet es sich schon bedeutend schwieriger, da viele Desinfektionsmittel zu aggressiv sind. Aber auch alle Türgriffe, Verkaufsflächen und sonstigen Flächen werden mehrmals täglich gereinigt und desinfiziert.

Welche Auswirkungen haben die Maßnahmen auf den Betrieb der Werkstatt?
Karl Danner: Durch die geringe Kundenfrequenz werden auch in der Werkstatt statt bisher sechs Mitarbeiter nur die Hälfte der Mitarbeiter eingesetzt. Der Arbeitsaufwand pro Instrument hat sich natürlich erhöht, weil die Reparatur, Servicierung, etc. von Musikinstrumenten durch die umfangreichen Desinfektions- und Quarantänemaßnahmen nun viel länger dauert. Der Instrumentenbauer kann nun nicht mehr einfach ein Instrument anspielen. Zuerst muss das Instrument desinfiziert werden und dann die Dauer der Quarantäne abgewartet werden. Die Gesundheit unserer Kunden aber selbstverständlich auch unserer Mitarbeiter haben für uns oberste Priorität.

Mehr zum Thema Corona in der Musikinstrumenten-Branche finden Sie in der aktuellen Ausgabe, in unserem Shop oder hier kostenlos als PDF zum Download.

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